Empfehlungen des 61. Deutschen Verkehrsgerichtstages in Goslar 2023
Auszüge der Empfehlungen und Forderungen der Arbeitskreise, die für die Verkehrssicherheit wichtig sind:
Halterhaftung bei Verkehrsverstößen: Ein Beitrag der Verkehrssicherheit?
- Verfassungs- und Europarecht sprechen gegen eine Halterverantwortlichkeit bei Verkehrsdelikten.
- Anhebung der Verfolgungsverjährungsfrist von 3 auf 6 Monate.
- Benennung des Fahrenden im Verwarnungsbereich, ansonsten Bußgeld oder Tragen der Verwaltungskosten
Auf der Suche nach geltenden und erforderlichen Grenzen für E-Scooter, Fahrräder & Co
- Bisherige Alkohol-Grenzwerte bei E-Scootern, analog anderer Kraftfahrzeuge, beibehalten.
- Private E-Scooter-Nutzende in die Verkehrsunfallpräventionsarbeit miteinbeziehen.
- § 69 Abs. 2 StGB dahingehend ändern, dass die Regelvermutung für eine Entziehung der Fahrerlaubnis bei einer Trunkenheitsfahrt (§ 316 StGB) mit einem fahrerlaubnisfreien Elektrokleinstfahrzeug (z. B. E-Scooter) nicht greift, Fahrverbot grundsätzlich ausreichend.
Meldepflicht für Ärztinnen und Ärzte von fahrungeeigneten Personen
- Keine ärztliche Meldepflicht fahrungeeigneter Personen
- Bei begründetem Verdacht auf fehlende Fahreignung und nach Ausschöpfung therapeutischer und beratender Optionen Mitteilung an die Fahrerlaubnisbehörde.
- Medizinische Voraussetzungen, bei deren Vorliegen behandelnde Ärztinnen und Ärzte Kenntnisse an Behörden weitergeben dürfen, präzisieren.
- Vorrangig niederschwellige Angebote zum Erhalt der Fahreignung und zu alternativer Mobilität in größerem Umfang etablieren und bewerben.
Fahrtenbuchauflage – Halterhaftung durch die Hintertür?
- Androhung einer Fahrtenbuchauflage bindend bei erstmaligem punkterelevantem Verstoß , wenn der Verantwortliche trotz der gebotenen Ermittlungen nicht festgestellt werden konnte.
- Im Wiederholungsfall binnen 15 Monaten ab dem Tattag des zur Androhung führenden Verstoßes eine Fahrtenbuchauflage anordnen(Ermessensentscheidung).